Ich lebe noch

    Viele werden sich in den letzten Jahren, wenn sie auf meine Seite geschaut haben, gefragt haben, ob es mich überhaupt noch gibt.

    Ich bin nach dem missglückten Versuch mit Avodart untergetaucht und wollte auch nichts mehr wissen von aktuellen Studien, möglichen Medikamenten oder Behandlungen und auch Misserfolgen. Daher habe ich alles versucht auszublenden, was mich damit in Verbindung bringen könnte.

    Außerdem hatte ich schwere Zeiten in meiner Firma zu überstehen, die es sich zum Ziel gesetzt hatte, mich mit einer Erwerbsunfähigkeitsrente aus dem Arbeitsleben zu drängen.

    Das ging bis zum Verlust jeder Führungsfunktion und sogar zum Verbot, offiziell eine Aufgabe zu übernehmen. Das war “Bossing” in Reinkultur.

    Meinem hinzugezogen Rechtsanwalt und unserer betriebsinternen Schwerbehindertenvertretung habe ich es zu verdanken, dass ich diese Zeit ausgehalten habe.

    Nun aber erst einmal zurück zu meiner gesundheitlichen Situation. Meine Kräfte - vorrangig in den Beinen - haben erwartungsgemäß weiter abgenommen. Frei laufen kann ich schon lange nicht mehr.

    Die ersten entstehenden Hürden waren die Treppen in unserem Haus. Also sollte ein Treppenlift eingebaut werden. Auf der Suche nach Zuschüssen habe ich lernen müssen, dass nicht die Krankenversicherung dafür zuständig ist, sondern die Pflegeversicherung.

    Allerdings ist es für einen Zuschuss der Pflegeversicherung unumstößlich erforderlich, eine Pflegestufe zu besitzen. Und die muss erteilt sein, bevor man eine Bestellung auslöst.

    Am 11.10.2011 habe ich den Antrag auf Pflegestufe 1 gestellt. Der Besuch vom medizinischen Dienst, der automatisch erfolgt, verlief sehr positiv. Bereits am 20.12.11 wurde mir die Pflegestufe 1 bewilligt und damit ein Zuschuss von 2557 € für den Treppenlift garantiert. Näheres zur Auswahl, des Typs und meiner Erfahrungen berichte ich demnächst evtl. auf einer gesonderten Seite. :-)

    Am 19.01.12 habe ich ihn bestellt und bereits Mitte März wurde er installiert.

    In 2013 haben wir dann unser Bad barrierefrei umgebaut - höher gesetzte Toilette mit Klapp-Dreh-Stützgriffen, unterfahrbares Waschbecken, bodengleiche Dusche mit Kopfbrause und mit Haltestangen an den Wänden.

    Völlig überraschend wurde auch hierfür noch einmal ein Zuschuss von der Pflegeversicherung gewährt.

    Vor unserem Haus hatten wir noch drei Stufen zum Eingangspodest - auch die mussten durch eine Rampe ersetzt werden. Dies geschah kurz vor Pfingsten in diesem Jahr.

    Bereits bestellt ist eine Video-Türsprechanlage, die auch vom Handy aus bedient werden kann. Die ist zwar teuer, aber genial.

    Ach, einen Punkt habe ich noch vergessen. Meine Frau hat es vor ein paar Jahren geschafft, direkt vor unserem Haus einen eigenen Behindertenparkplatz ausgewiesen zu bekommen. Einfach grandios! Hier noch mal tausend Dank an sie, dass sie hartnäckig genug war, dies zu erreichen.

    Mein Schwerbehindertengrad liegt inzwischen zeitlich unbegrenzt bei 100 %. Natürlich ging auch das nur mit Widerspruch - wie fast immer. Man kommt sich fast vor wie auf einem Basar. :-(

    Inzwischen bin ich über 63 Jahre alt und hoffe, noch knapp 2 Jahre arbeiten zu können - bis zum “normalen” Renteneintritt für Gesunde. Sicher könnte ich jetzt schon aufhören - ohne Abzüge - aber die vielen teuren Umbauten wollen finanziert werden. Von der Rente geht das nicht.

    In der Firma habe ich inzwischen wieder globale Aufgaben, trotzdem beginnt schon wieder Druck.

    Zurück zu meiner Mobilität!

    Ich bin autonom mit Rollstuhl - Verladeeinrichtung ins Auto (Ladeboy) - und meinem Touran mit Automatik und Standheizung.

    Zu Fuß geht es nur wenige Meter mit Rollator bzw. am Geländer + Vierfußstock.

    Da ich von normalen Stühlen nicht mehr aufstehen kann, benutze ich einen Katapultsitz (Uplift).

    Das soll erst einmal reichen.

    Fragen dazu? -> Email schreiben :-)